Traue niemals deinem Geist. Wie unser Gehirn wirklich funktioniert!

Der Film unseres Lebens.

Die Welt ist nicht so wie wir denken. Die Welt wie wir sie sehen und wahrnehmen existiert alleine in unserem Kopf. Auch das Bild, welches wir von uns selber haben hat nicht viel mit der Realität gemeinsam. 

Wir unterliegen einer ständigen Täuschung, die auf der besonderen Arbeitsweise unseres Gehirns beruht. 

Damit wir aber unsere persönliche Realität, d.h.  unser Leben nicht planlos, willkürlich und unbewusst,  sondern absichtsvoll, zielgerichtet und bewusst gestalten, müssen wir zuerst verstehen, was in unserem Geist vor sich geht.

Wir entwickeln fortlaufend ein bild unseres Lebens

Aus der Sicht der Evolution ist es für einen Organismus sehr vorteilhaft im Inneren eine Vorstellung von der Außenwelt zu haben. Dabei interpretiert unser Gehirn die von außen und innen wahrgenommenen Reize und entwickelt so fortlaufend ein Bild unserer subjektiven Wirklichkeit. 

Aus den verschiedenen Bildern entsteht letztlich der Film unseres (Er-)Lebens mit uns in der Hauptrolle. Und das besondere daran ist, dass wir sind gleichzeitig Hauptdarsteller, Autor und Regisseur des Films in einer Person sind. 

Die Leinwand auf die der Film projiziert wird stellt dabei unser Bewusstsein dar. Autor und Regisseur unseres Films verrichten ihre Arbeit aber im Unterbewusstsein. Hier entscheidet sich wie die aufgenommenen Reize interpretiert und welche Szenen (Bilder) in unser Bewusstsein projiziert werden. Diese Prozesse laufen vollkommen automatisch ab und entzieht sich weitestgehend einer willentlichen Beeinflussung. Das erklärt auch die Macht unseres Unterbewusstseins. In unserem Unterbewusstsein wird also darüber entschieden wie der Film unseres Lebens aussieht. Drama, Abenteuer oder Liebesfilm mit Happy End.


Der Film unseres Lebens erhebt keinen Anspruch auf Wahrheit.

Wie wir uns und die Welt um uns herum sehen ist nicht die Wahrheit, sondern unsere Interpretation der Welt. Der Film unseres Lebens zeigt uns also nicht die Wahrheit, sondern die Bilder die in unser "Weltbild" passen und mit unserem Wertesystem übereinstimmen. 

Im Yoga wird dieses Prinzip auch als "Maya" - die große Illusion bezeichnet. 

Swami Sivananda schreibt in seinem Buch "Göttliche Erkenntnis": "Das, was tatsächlich nicht ist, aber zu sein scheint, ist Maya." Weiter schreibt er: "Maya ist der größte Künstler und der größte Gaukler. Die Weltlinge können ihre Tricks nur schwer durchschauen. Sie täuscht die Leidenschaftlichen und die Unvorsichtigen. Sie verbirgt das Reale und läßt das Unwahre wahr erscheinen." 

Und dann gibt er auch noch einige "schöne" Beispiele für die Täuschung: "... Du weißt, dass Du sterben wirst, und doch denkst Du, Du wirst ewig leben. Das ist Maya. ... Du weißt, dass der Körper einer Frau (eines Mannes) aus allen möglichen Unreinheiten besteht, aus Fleisch, Knochen, Urin und Fäkalien, und doch genießt Du ihre (seine) Umarmung. Das ist Maya.

Die wissen​schaftliche Sicht.

Die Psychologin Julia Shaw hat diese Täuschung unseres Gehirns in ihrem Buch „Das trügerische Gedächtnis“ wissenschaftlich untersucht und dargestellt. Sie schreibt: "[unsere] Erinnerungen bildeten die Grundlage unseres Lebens und unserer Identität. „Sie formen das, was wir erlebt zu haben glauben und wozu wir uns daher auch in Zukunft befähigt glauben“. 

Sie stellt fest, das die meisten unserer Erinnerungen stark verzerrt sind und nicht der Realität entsprechen. Und weiterhin sagt sie, dass diese "Fehlfunktion" unseres Gehirns nicht die Ausnahme sondern eher die Regel zu sein scheint. 

Woraus besteht also unser bewusstes (Er-) Leben?

Bewusstseinsmomente

Unser (Er-) Leben besteht aus einem kontinuierlichen Strom bewusster Erfahrungen. Alle unsere Gedanken, Empfindungen und Wahrnehmungen scheinen nahtlos von einem Moment zum nächsten ineinander zu fließen. Wie in einem Film. Aber in Wirklichkeit besteht jeder Film aus einer Vielzahl von einzelnen Bildern. Unser (Er-) Leben besteht also aus einer Vielzahl von einzelnen Bewusstseinsmomenten. Und nur weil diese verschiedenen Momente so schnell nacheinander ablaufen, unterliegen wir der Illusion das unser Sehen, Hören, Denken und Fühlen scheinbar gleichzeitig abläuft.

Zu jedem Zeitpunkt nehmen wir uns und unsere Umwelt über unser fünf Sinne (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen) und unserem Denk-Sinn war. Ständig verarbeitet unser Gehirn dabei zahllose Informationen (Sinnesreize), die nicht bis in unser Bewusstsein dringen. Welche Reize letztlich in unserer Bewusstsein gelangen und wie die Reize interpretiert werden hängt von der Art und Weise ab, wie unser Gehirn arbeitet bzw. gelernt hat zu arbeiten.  

In der Wissenschaft wird die Wahrnehmung, d. h. der Prozess wie aus aufgenommenen Reizen in unserem Gehirn Informationen gewonnen und verarbeitet werden Perzeption genannt. Ist unser Geist untrainiert und nicht in der Meditation geschult, geschieht dieser Verarbeitungsprozess in der Regel unbewusst und vollautomatisch. Wir werden dadurch zu vollautomatischen Reiz-Reaktionsmaschinen und einem großen Teil unser Entscheidungsfreiheit beraubt. 

Durch geschicktes Filtern und Zusammenführen von Teil-Informationen gestaltet unserer innerer Regisseur nämlich permanent die von uns aufgenommenen Reize zu einem subjektiv sinnvollem Gesamteindruck, der in unsere Welt passt. Das was wir erleben, wird also unbewusst so "angepasst", d.h. mit den von uns gespeicherten (Wert-)Vorstellungen abgeglichen, das es für uns einen Sinn ergibt.

Unserem inneren Regisseur kommt es dabei vornehmlich nicht auf die Wahrheit, sondern Kontinuität und Übereinstimmung mit unserer Vergangenheit und unserem Wertesystem an. Unsere Vergangenheit beeinflusst maßgeblich unsere Zukunft. Aus diesem Grund fällt es uns auch so schwer uns grundlegend zu verändern bzw. aus alten und gewohnten Verhaltens- und Denkmustern auszubrechen. 

Jedoch sind wir unseren Gedanken und der Arbeitsweise unseres Geistes nicht hilflos ausgeliefert. Mit Hilfe der Meditation durchschauen wir die Funktionsweise unseres Geistes und bekommen die Möglichkeit einer direkten Beeinflussung. 

In dem wir in der Meditation beobachten wie unser Geist arbeitet, lernen wir die Inhalte und die Qualität unserer Wahrnehmung zu erkennen. Durch eine regelmäßige Meditationspraxis erlangen wir die Fähigkeit unseren Geist und damit unser (Er-) Leben bewusst und zielgerichtet zu verändern. Wir können lernen der Mensch zu werden, der wir immer schon sein wollten. 

Shambudas Franz Laufer

Shambudas Franz Laufer -
Gründer von meditieren-rocks.de

Wie genau du mit Hilfe der Meditation die Funktionsweise deines Gehirns verändern und damit dein Leben neu gestalten kannst, erfährst du im nächsten Artikel.